Mein letzter Blog-Eintrag ist schon ganze 4 Wochen her und dementsprechend muss ich mich auch schon seit Wochen dafür rechtfertigen, dass ich es nicht geschafft habe in dieser langen Zeit mal einige Zeilen auf meinen Blog zu packen. Um ehrlich zu sein war es eine Mischung aus Unistress und Freizeit-Stress, wie mein Dad zu sagen pflegt. Da mein erster Kurs schon jetzt vorbei ist, musste ich in den letzten Wochen noch mal ordentlich ranklotzen um meine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Das System hier in Russland ist etwas anders als in Deutschland, da man hier in sehr kleinen Gruppen unterrichtet wird und nur 10% (d.h. manchmal nur 1 Student) eine A (ca. 1,0-1,3) bekommt. Da man im Auslandssemester seinen Schnitt natürlich etwas aufpolieren will und man immer die Option des “Nicht-Anrechnens” (was aber bedeutet, dass man den Kurs quasi umsonst besucht hat) hat, will ich natürlich möglichst gut abschneiden, was aber jede Menge Arbeit mit sich zieht, da man für jede Vorlesung ein Paper bzw. eine Case Study vorbereiten und einreichen muss.
Habe die letzten drei Wochen eigentlich nur an der Uni verbracht und war in dieser Zeit nur drei (!!!) Tage nicht an der Uni und/oder der Bibliothek.
Jetzt aber genug des Gejammers und zurück zu den “harten” Fakten:
Seit dem letzten Blog-Eintrag hab ich wieder einiges erlebt. So waren wir zum Beispiel auf einem Eishockey-Spiel von SKA St. Petersburg (СКА Санкт-Петербург) und durften einen sehr amüsanten 5:2 Heimsieg über Metallurg Magnitogorsk (der Wikipedia Eintrag zu der Stadt – einer der am meistesten metallisch belasteten Städte der Welt – lohnt sich) verfolgen. Man merkt, dass Eishockey einen sehr hohen Stellenwert genießt, da das Stadion super neu aussieht und auch die Qualität des Eishockeys recht hochwertig ist. Da in den Drittel-Pausen natürlich ein schnelles Bierchen auf dem Plan stand, wurde am Ende auch der Sieg in vollen Zügen genossen :-)
Als nächstes größeres Event stand der Besuch eines russischen Schießstands auf dem Programm. Wir hätten es uns glaube nicht verziehen Russland zu verlassen ohne eine AK47 geschossen zu haben und so durften wir für 1-2 Stunden eine AK47, eine M16 (nicht so ganz klassisch russisch) und ein Dragunov Scharfschützengewehr schießen. War super interessant, da ich bisher nur Pistolen geschossen hatte und so ein Sniper-Gewehr doch schon einige Power hat.
Passend dazu hatten Roderick, Vincent (beide Holländer), Nicolas (Franzose) und ich uns einen schönen Schnurrbart wachsen lassen :-P
Die Tage danach wurden dann dominiert von der Uni und der Planung für unseren Trip nach Moskau (kommt in einem separaten Blog-Post, hoffentlich asap ;D), da man selbst für Reisen innerhalb Russlands einen Reisepass braucht und dieser ja für den ganzen Visumsprozess irgendwo innerhalb der russischen Bürokratie gefangen war. Wir haben uns jedoch den bestmöglichen Zeitpunkt ausgesucht: Donnerstag war ein russischer Feiertag und so wurde Do-Sa nicht gearbeitet (Sonntags komischerweise dann doch) und wir konnten den Pass aus dem Prozess ziehen ohne irgendwelche Verzögerungen beim Restprozess zu erleiden. Perfekt!
Doch das alles musste irgendwie arrangiert werden und so bekam ich am Ende sechs Pässe um am Vorabend unseres Trips damit zum Bahnhof zu fahren, wo wir unsere Tickets kaufen konnten. Unsere Ticketwahl war natürlich wenig verwunderlich: Nachtzug, „Hard-Sleeper“ :-)
Aber wie gesagt: mehr dazu in Kürze in einem separaten Post.
Da ich am Montag nach unsere Moskau-Trip gleich ein Midterm-Exam hatte und jede Menge Arbeit aufholen musste, ließen wir es ruhig angehen und kümmerten uns eher um die Organisation des nächsten größeren Events: der Doppel-Geburtstagsparty von Nico & Vincent. Nachdem wir in Moskau unseren Gedanken freien Lauf gelassen hatten und über eine Limo-Party mit Suit-Up-Dresscode + „Special Appearances“ philosophiert hatten, machten wir uns zurück in St. Petersburg dann direkt an die Realisierung dieses „Projekts“. Ohne die Hilfe einer in St. Petersburg wohnenden Freundin hätten wir das sicherlich nicht geschafft, aber am Ende bekamen wir was wir wollten. Ich denke die Bilder unten sprechen für sich, aber wir hatten eine Limo-Party durch das bei Nacht wundervolle St. Petersburg, einen eleganten Dresscode, bei dem jeder eine rote Sache tragen musste, und das Beste: einen Affen!!!
Woher die Idee stammt ist letztendlich ein Insider, aber das machte die Party unvergesslich. Wir haben uns natürlich ausreichend darüber informiert, ob so etwas für ein Tier okay ist und intensiv mit einer Trainerin gesprochen, die einen ruhigen 15-jährigen Affen hatte. Am Ende durfte der Affe von uns etwas gefüttert werden, Bilder gemacht werden und natürlich Tricks vorführen.
Zum Grande Finale hatten wir einen Tisch in einem Club gebucht und auch der Name und das Motto des Clubs passten perfekt zu unserer Abendgestaltung: „Circus“.
Diese Nacht endete um 7 Uhr dann mit dem Satz „Best Birthday EVER“ aus dem Mund der beiden Geburtstagskinder. Rundum gelungen würde ich sagen!
Am nächsten Tag (oder besser gesagt am selben Tag) musste ich mich dann nach dem Aufstehen direkt um mein Final Paper und meine Final Presentation für den nächsten Tag kümmern und so habe ich in einem Kraftakt am Ende einen 32 Seiten Report und eine 13 Slide Präsentation erstellt. Wenn man bedenkt, dass ich so etwas nach einer solchen Nacht von 13 Uhr bis 5 Uhr morgens erledigt habe, bin ich schon etwas stolz auf mich. Die Noten habe ich noch nicht, aber ich bin guten Mutes :-)
Hab übrigens mittlerweile mein “Multiple Entry”-Visum und kann jetzt wieder “frei” reisen. Plane schon meinen Trip nach Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan (“Walking around Afghanistan border” und Seidenstraße!!!), aber bisher hat sich noch niemand gefunden, der mich dorthin begleiten möchte…
So, das waren dann mal meine letzten Wochen in wenigen Zeilen. Ich versuche die Moskau-Bilder so schnell wie möglich zu bearbeiten, dann kann ich auch einen Blog-Eintrag dazu schreiben!


































































