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Über A’s, CKA, AK47…and a monkey!

On 28. März 2012, in Allgemein, by Sven
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Mein letzter Blog-Eintrag ist schon ganze 4 Wochen her und dementsprechend muss ich mich auch schon seit Wochen dafür rechtfertigen, dass ich es nicht geschafft habe in dieser langen Zeit mal einige Zeilen auf meinen Blog zu packen. Um ehrlich zu sein war es eine Mischung aus Unistress und Freizeit-Stress, wie mein Dad zu sagen pflegt. Da mein erster Kurs schon jetzt vorbei ist, musste ich in den letzten Wochen noch mal ordentlich ranklotzen um meine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Das System hier in Russland ist etwas anders als in Deutschland, da man hier in sehr kleinen Gruppen unterrichtet wird und nur 10% (d.h. manchmal nur 1 Student) eine A (ca. 1,0-1,3) bekommt. Da man im Auslandssemester seinen Schnitt natürlich etwas aufpolieren will und man immer die Option des “Nicht-Anrechnens” (was aber bedeutet, dass man den Kurs quasi umsonst besucht hat) hat, will ich natürlich möglichst gut abschneiden, was aber jede Menge Arbeit mit sich zieht, da man für jede Vorlesung ein Paper bzw. eine Case Study vorbereiten und einreichen muss.
Habe die letzten drei Wochen eigentlich nur an der Uni verbracht und war in dieser Zeit nur drei (!!!) Tage nicht an der Uni und/oder der Bibliothek.
Jetzt aber genug des Gejammers und zurück zu den “harten” Fakten:

Seit dem letzten Blog-Eintrag hab ich wieder einiges erlebt. So waren wir zum Beispiel auf einem Eishockey-Spiel von SKA St. Petersburg (СКА Санкт-Петербург) und durften einen sehr amüsanten 5:2 Heimsieg über Metallurg Magnitogorsk (der Wikipedia Eintrag zu der Stadt – einer der am meistesten metallisch belasteten Städte der Welt – lohnt sich) verfolgen. Man merkt, dass Eishockey einen sehr hohen Stellenwert genießt, da das Stadion super neu aussieht und auch die Qualität des Eishockeys recht hochwertig ist. Da in den Drittel-Pausen natürlich ein schnelles Bierchen auf dem Plan stand, wurde am Ende auch der Sieg in vollen Zügen genossen :-)

Als nächstes größeres Event stand der Besuch eines russischen Schießstands auf dem Programm. Wir hätten es uns glaube nicht verziehen Russland zu verlassen ohne eine AK47 geschossen zu haben und so durften wir für 1-2 Stunden eine AK47, eine M16 (nicht so ganz klassisch russisch) und ein Dragunov Scharfschützengewehr schießen. War super interessant, da ich bisher nur Pistolen geschossen hatte und so ein Sniper-Gewehr doch schon einige Power hat.
Passend dazu hatten Roderick, Vincent (beide Holländer), Nicolas (Franzose) und ich uns einen schönen Schnurrbart wachsen lassen :-P

Die Tage danach wurden dann dominiert von der Uni und der Planung für unseren Trip nach Moskau (kommt in einem separaten Blog-Post, hoffentlich asap ;D), da man selbst für Reisen innerhalb Russlands einen Reisepass braucht und dieser ja für den ganzen Visumsprozess irgendwo innerhalb der russischen Bürokratie gefangen war. Wir haben uns jedoch den bestmöglichen Zeitpunkt ausgesucht: Donnerstag war ein russischer Feiertag und so wurde Do-Sa nicht gearbeitet (Sonntags komischerweise dann doch) und wir konnten den Pass aus dem Prozess ziehen ohne irgendwelche Verzögerungen beim Restprozess zu erleiden. Perfekt!
Doch das alles musste irgendwie arrangiert werden und so bekam ich am Ende sechs Pässe um am Vorabend unseres Trips damit zum Bahnhof zu fahren, wo wir unsere Tickets kaufen konnten. Unsere Ticketwahl war natürlich wenig verwunderlich: Nachtzug, „Hard-Sleeper“ :-)
Aber wie gesagt: mehr dazu in Kürze in einem separaten Post.

Da ich am Montag nach unsere Moskau-Trip gleich ein Midterm-Exam hatte und jede Menge Arbeit aufholen musste, ließen wir es ruhig angehen und kümmerten uns eher um die Organisation des nächsten größeren Events: der Doppel-Geburtstagsparty von Nico & Vincent. Nachdem wir in Moskau unseren Gedanken freien Lauf gelassen hatten und über eine Limo-Party mit Suit-Up-Dresscode + „Special Appearances“ philosophiert hatten, machten wir uns zurück in St. Petersburg dann direkt an die Realisierung dieses „Projekts“. Ohne die Hilfe einer in St. Petersburg wohnenden Freundin hätten wir das sicherlich nicht geschafft, aber am Ende bekamen wir was wir wollten. Ich denke die Bilder unten sprechen für sich, aber wir hatten eine Limo-Party durch das bei Nacht wundervolle St. Petersburg, einen eleganten Dresscode, bei dem jeder eine rote Sache tragen musste, und das Beste: einen Affen!!!
Woher die Idee stammt ist letztendlich ein Insider, aber das machte die Party unvergesslich. Wir haben uns natürlich ausreichend darüber informiert, ob so etwas für ein Tier okay ist und intensiv mit einer Trainerin gesprochen, die einen ruhigen 15-jährigen Affen hatte. Am Ende durfte der Affe von uns etwas gefüttert werden, Bilder gemacht werden und natürlich Tricks vorführen. 
Zum Grande Finale hatten wir einen Tisch in einem Club gebucht und auch der Name und das Motto des Clubs passten perfekt zu unserer Abendgestaltung: „Circus“.
Diese Nacht endete um 7 Uhr dann mit dem Satz „Best Birthday EVER“ aus dem Mund der beiden Geburtstagskinder. Rundum gelungen würde ich sagen!

Am nächsten Tag (oder besser gesagt am selben Tag) musste ich mich dann nach dem Aufstehen direkt um mein Final Paper und meine Final Presentation für den nächsten Tag kümmern und so habe ich in einem Kraftakt am Ende einen 32 Seiten Report und eine 13 Slide Präsentation erstellt. Wenn man bedenkt, dass ich so etwas nach einer solchen Nacht von 13 Uhr bis 5 Uhr morgens erledigt habe, bin ich schon etwas stolz auf mich. Die Noten habe ich noch nicht, aber ich bin guten Mutes :-)

Hab übrigens mittlerweile mein “Multiple Entry”-Visum und kann jetzt wieder “frei” reisen. Plane schon meinen Trip nach Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan (“Walking around Afghanistan border” und Seidenstraße!!!), aber bisher hat sich noch niemand gefunden, der mich dorthin begleiten möchte…

So, das waren dann mal meine letzten Wochen in wenigen Zeilen. Ich versuche die Moskau-Bilder so schnell wie möglich zu bearbeiten, dann kann ich auch einen Blog-Eintrag dazu schreiben!

Zenit und Internetzensur

On 21. Februar 2012, in Allgemein, by Sven
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Endlich mal wieder ein Update, denn seit dem letzten Blogpost ist doch einiges passiert.

Das Wichtigste vorweg: Mein Internet wurde nach knapp zwei Wochen gleich mal von der Uni gesperrt. Was war passiert? Da Nicolas zu faul war, sich Internet zu besorgen, habe ich ihm über meinen Mac freundlicherweise einen Hotspot eingerichtet. Jedoch natürlich unter der Bedingung, dass er das ganze „verantwortungsvoll“ benutzt. Aber was will man machen: Er ist halt doch Franzose….

So hat er sich gleich mal einen 15GB Bluray Film geladen und das hat natürlich selbst die sonst eher wenig restriktiven russischen IT-Verwalter auf den Plan gerufen, die meinen Internetzugang kurzerhand sperrten, ohne mir Bescheid zu geben. Ohne russische Freunde kann man einen Anruf bei der Administration vergessen und so dauerte diese ganze Odyssee knapp eine Woche bevor ich wieder einen Zugang zur Außenwelt hatte…Ich hätte ja viel gedacht, aber in meinen ersten Wochen in Russland Probleme wegen Urheberrechtsverletzungen zu haben, zählte nicht zu meinen ersten Vermutungen.

Als Ergänzung muss man dazu sagen, dass man beim russischen Facebook (vkontakte) ohne Probleme jeden (!!!) Film und jeden Musiktitel ohne jegliche Probleme abspielen kann und das von allen Nutzern intensiv genutzt wird.

Naja, Hauptsache ich bin wieder online und Nicolas ist gesperrt :-)

Ein weiteres Highlight der letzten Woche war der Besuch des Champions League-Spiels Zenit St. Petersburg gegen Benfica Lissabon. Ausgestattet mit meinem Zenit Schal ging es bei -15°C ins Petrovskyi Stadion. Dort angekommen war ich – trotz allen bisher angeeigneten Wissens über Russen – überrascht wir populär das „Vorglühen“ vor dem Stadionbesuch ist und so waren die Reihen prall gefüllt mit teilweise völlig besoffenen Russen. Das machte das Spiel aber umso angenehmer, denn bei den 3 Toren von Zenit lagen sich die Menschen einfach nur noch in den Armen und wir natürlich mitten drin. Wenn man aus der Nähe von Pforzheim kommt, hat man durch den Einfluss des Haidach natürlich auch einige Grundlagen in „russischem Fluchen“ und das findet natürlich in jedem Fanblock der Welt großen Anklang, wenn man ordentlich gegen die Gegner und den Schiri fluchen kann.

Nach einer unterhaltsamen Partie mit teilweise spektakulären Toren feierten wir mit den Russen den absolut verdienten Sieg von Zenit und bestellten uns als krönenden Abschluss noch beim letzten Bierchen einen warmen Borscht. Ein rundum gelungener Abend also.

Noch einige Worte zur Uni, damit nicht der – völlig unzutreffende – Eindruck entsteht, ich hätte hier nur Spaß: Unser Russisch-Kurs begann letzte Woche und macht sehr viel Spaß,  obwohl es mich bis jetzt doch echt unterfordert, aber ein „Upgrade“ ins nächst höhere Level scheint mir auch nicht möglich, daher warte ich mal ab wie sich das so entwickelt.

Meinen anderen Kurs E-Business kann ich noch nicht richtig einschätzen: Der Professor ist sehr cool, aber manche Dinge sind dann doch etwas zu „easy“ für meinen Geschmack: Im Computer-Labor eine Google-Homepage einrichten und Google Documents teilen. Ernsthaft?! Beindruckend ist jedoch eher, dass die meisten der Kommilitonen damit noch gar keine Erfahrung hatten.

Damit will ich es erst gut sein lassen. Bilder finden sich wie immer auf flickr. Heute eine kleine Auswahl vom Zenit-Spiel und ein absolut episches Bild aus einem Club. Enjoy!

Eremitage, Zenit und russische Bürokratie

On 4. Februar 2012, in Allgemein, by Sven
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Als letzte Station unserer Einführungswochen-Sightseeing-Tour (was ein Wort!) war die Eremitage geplant und damit das wohl berühmteste kulturelle Aushängeschild Sankt Petersburgs. Bei eisigen -25°C ging es dann frühmorgens mit dem Bus zur Eremitage um dort dann in einer zweistündigen Führung zumindest einen kleinen Einblick in die enorme Tiefe einer der größten Kunstsammlungen der Welt zu bekommen.

Sehr viel mehr muss eigentlich gar nicht dazu sagen, die Bilder sprechen denke ich für sich, wunderschöne Bauten, tolle Exponate und eine Qual später aus den vielen Fotos die Besten auszuwählen :-)

Ansonsten habe ich nur Gutes zu vermelden: Ich habe Internet (!!!!!), meine Kurswahl wurde sowohl von der russischen Uni als auch von der Universität Mannheim akzeptiert und ich komme mit den -25°C ganz gut zurecht.

Da unser Wohnheim aber etwas abseits des Zentrums liegt, ist die Essensbeschaffung nicht immer ganz so einfach. Aus meinen letzten Auslandsaufenthalten war ich es immer gewohnt „auswärts“ zu essen. In Asien zum Beispiel hatten wir erst gar keine Küche im Wohnheim und Essen gehen ist dort auch verdammt günstig. Wie aber bereits im letzten Blogpost geschrieben, ist die Lebenshaltung hier nicht wirklich günstig und so fällt jeden Tag auswärts essen dieses Mal flach. Die Uni Mensa ist übrigens 30 Minuten Busfahrt entfernt und somit keine wirkliche Alternative. Felix und ich haben uns deshalb mit dem Nötigsten ausgestattet und „kochen“ im Wohnheim. Unser Favorit ist natürlich Pelmeni, wobei wir vorgestern zusammen mit Nicolas und Melanie (einer Französin) eine Bolognese zusammen gekocht haben. Eine neue Erfahrung würde ich sagen…

Wie übrigens die Fußball-Kenner wissen werden, ist das Team aus Sankt Petersburg (Zenit St. Petersburg) im Achtelfinale der Champions League und trifft dort auf Benfica Lissabon. Ich habe mir natürlich gleich mal ein Ticket gesichert, denn die Chance auf CL-Fußball will ich mir nicht entgehen lassen. Passend dazu habe ich mich natürlich mit einem Zenit-Schal ausgestattet. So muss das sein!

Ansonsten gibt es noch nicht soooo viel zu erzählen: Meine Kurse starten erst am 14. Februar, daher habe ich unerwartet viel Zeit außerhalb der Universität. Deshalb denken wir darüber nach nächste Woche einen Kurztrip nach Moskau zu organisieren. Problem: Die russische Bürokratie braucht unsere Pässe für das neue Visum. Während dieses Prozesses soll man die Stadt nicht verlassen und das Schöne ist, dass dieser Prozess bis zu 2 Monate dauern kann, da wohl typisch russisch unzählige Personen für solch ein Visum benötigt werden. So muss man zum Beispiel 8 (sic!) Bilder von sich diesem Visumantrag beilegen. Man kann sich also bildlich (Wortspiel!) vorstellen, wie viele Durchschläge, Kopien und sonstiger Papierkram für so etwas in Russland anfällt…

Jetzt aber genug. Hier die Bilder der letzten Tage. Mehr gibt es wie immer auf flickr.







Vodka Lunch in Russland

On 30. Januar 2012, in Allgemein, by Sven
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Nach einigen Tagen Eingewöhnungsphase an Universität und Wohnheim stand dann endlich etwas Sight-Seeing auf dem Programm. Vorher muss ich jedoch von einer absolut legendären Gastvorlesung berichten:
Am Freitag hatte die russische Uni einen Gastsprecher aus der Immobilien-Beratung Colliers eingeladen. Da ich eh an der Uni war, habe ich mich da mal reingesetzt, obwohl das ja eigentlich weit entfernt von meinen Studienschwerpunkten ist. Es hat sich aber definitiv gelohnt. Vladimir Sergunin (für die, die ihn gerne mal auf LinkedIn adden wollen) stellte uns in einigen PowerPoint-Slides vor, wie super sich der Immobilien-Markt so entwickelt. Das war‘s dann aber auch schon an wirklichem inhaltlichen Input, denn danach ging es nur noch um eins: wie super toll er ist und wie viel Geld man mit Immobilien-Deals machen kann. Wie der klassische Stereotyp des unsymphatischen BWL‘ers betete er alle Klischee‘s herunter. Natürlich hat er hat seinen Studienschwerpunkt nach dem Kriterium „Wo mache ich am schnellsten am Meisten Geld“ ausgewählt, er liebt den verschwenderischen Lebensstil, sein Vorstellungsbild war er neben einer Mercedes S-Klasse und er berichtete nur zu gerne von seinen 200 (!) Telefonanrufen, die er pro Tag so tätigt. Ein bescheidener Charme-Bolzen also, der sich nach einer Weile (und wohl durch die nicht aufkommen wollende Euphorie innerhalb der Gruppe) dazu hinreissen lies jede seiner Geschichten noch zu toppen und noch mehr anzugeben (mit z.B. Ski-Urlauben in der Schweiz). Für uns Austauschstudenten war das ein absolutes Highlights und am Ende waren wir uns sicher: This guy can beat Chuck Norris (even while handling 200 phone calls at once).

Am Samstag wurde dann die erste Sight-Seeing-Tour für uns organisiert. Es ging zum Peterhof etwas außerhalb von Sankt Petersburg. Dort stand zu erst eine Schlossführung auf dem Programm. Leider durfte man innerhalb des Gebäudes keine Bilder machen, denn es war wie all solche russischen Prachtbauten aus Kaiser/Zarenzeiten natürlich übertrieben geschmückt mit Gold und architektonischen Highlights. So gibt es leider keine Bilder davon.

Nach der Führung, gab es dann klassisch-russisch einen Vodka-Lunch. Problem: Niemand hatte vorher etwas gegessen und für die meisten endete die vorherige Partynacht auch erst um 5 Uhr morgens…
Aber niemand hat gesagt, dass Russland spaßig werden würde, deshalb ergaben wir uns unserem Schicksal und hatten sechs Schnapsgläser Vodka als vorgezogenes Mittagessen. Zusammen mit Hering und sauren Gurken wurden dann innerhalb von wenigen Minuten die Schnäpse gestürzt. Die Wirkung sollte niemanden überraschend und so ergab sich das abstruse Bild, dass um circa 13 Uhr mitten in Russland 40 Austauschstudenten aus aller Welt unter Anleitung und zu russischer Folklore im Schnee Spiele spielen mussten, Gemeinschaftstänze aufführten oder einfach nur wild durch die Gegend stolperten. Legendär!
Danach gab es zum Glück ein richtiges Mittagessen und die Gemüter beruhigten sich dann relativ schnell. Auf der Rückfahrt fiel nach solch einem Tag natürlich auch nahezu der komplette Bus in den wohlverdienten (wenn auch etwas verfrühten) Schlaf.

Am nächsten Morgen ging es dann gemeinsam zum Katharinenpalast. Dort durften wir uns erneut Glanz und Gloria der früheren russischen Monarchie anschauen und durch den Palastgarten laufen. Auf dem Rückweg stoppte dann die Mehrheit gemeinsam bei einem russischen Restaurant um dort gemeinsam noch etwas zu essen. Ein Fehler! Wie schon im letzten Blog-Post angedeutet, ist Russland jetzt nicht unbedingt das Land, in der die Schnelligkeit erfunden wurde und so warten wir 1,5 Stunden bis die ersten überhaupt ihre Vorspeisen sahen. Dieses „Russian Waiting Game“, wie es von uns benannt wurde, kann manchmal sehr nervig sein, da sich die Welt hier immer und egal bei welchem Handgriff einfach wesentlich langsamer dreht…und sei nur das Herausgeben von Wechselgeld, was uns schon einmal 15 Minuten gekostet hat.

Heute einige Bilder von der Sight-Seeing Tour. Mehr gibt‘s auf flickr.

здра́вствуйте Russland!

On 27. Januar 2012, in Allgemein, by Sven
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Am Samstag begann das nächste kleinere Abenteuer: Auslandssemester in Russland. Genauer gesagt in Sankt Petersburg und damit in der nördlichsten Millionenstadt der Welt.  Gutes Schuhwerk, Handschuhe, Schal und ein dicker Mantel gehören da natürlich zu den wichtigsten Reisevorbereitungen. Ansonsten habe ich mich wie immer eher ohne große Vorbereitungen in die Sache gestürzt, wobei ich mich im Gegensatz zu meinem Semester in Taipeh dieses Mal sogar um ein Visum gekümmert habe. Das ist in Russland aber auch unerlässlich, da sich die russische Bürokratiemaschinerie nur damit irgendwie durchlaufen lässt. Außerdem hätte man natürlich gar nicht erst einreisen dürfen :-)

Im russischen Konsulat in Frankfurt konnte ich dann auch gleich erleben, wie so Anstehen „russki style“ funktioniert. Drängeln, schubsen, quetschen und die ganze Zeit am Beschweren. Wer diese Tortour aber mit Humor betrachtet, der hat viel Spaß…

In Sankt Petersburg angekommen wurde ich dann von unserem „Buddy“ abgeholt und habe mir sofort eine Handykarte besorgt. Eines der wenigen Dinge, das hier günstig ist. Durch meine fehlende Vorbereitung in Sachen Preisniveau, war ich echt überrascht, dass hier das Leben doch deutlich teurer ist als erwartet, fast sogar teurer als in Deutschland würde ich sagen.

Danach ging es direkt ins Wohnheim und obwohl dies mit гости́ница (Hotel) überschrieben ist, hat das Ganze nur wenig mit einem Hotel gemein. Von außen eher Sowjet Bruchbude, von Innen dann aber doch ganz annehmbar. Ich teile mir (mal wieder) ein Zimmer. Dieses Mal ist es Felix, ein Deutscher. Klappt schon ganz gut bisher. Gemeinsam mit zwei Russen teilen wir uns außerdem noch eine Küche und das Bad.

Die ersten Tage waren natürlich geprägt von vielen neuen Bekanntschaften. Samstag Abends ging es also gleich mal in eine Bar und bei ein paar Bierchen lernte man mal die Gefährten für die nächsten paar Monate kennen. Erstaunlich viele Europäer sind hier dabei, kein einziger US-Amerikaner und auch niemand aus Asien. Die Mehrheit wird mal wieder aus Frankreich und Österreich gestellt.

Am Montag ging es dann zum ersten Mal an die Uni. Da dies eine recht kleine, eher elitäre Business School ist, kann man das nicht mit – zum Beispiel – der Universität Mannheim vergleichen. Die Vorlesungsräume sind eher Klassenzimmer und sehen aus wie Meetingräume. Da das Gebäude für Master-Studenten eine umgebaute alte Millionärsvilla (Russland!) ist, sieht es echt super aus und das Equipment ist natürlich auch auf dem neusten Stand. Also ganz anders als man es vielleicht im ersten Moment von Russland   erwarten würde.

Außerdem wurden wir in Russisch-Kurse eingeteilt. Ich hatte in Mannheim ein Semester lang einen Russisch Kurs belegt, was aber trotzdem nicht ausreichte um einen Kurs für Fortgeschrittene zu besuchen. Deshalb sitze ich jetzt bei den Beginnern, was aber (leider) vom Spaßlevel noch lange nicht mit meinen Chinesisch-Kurs in Taiwan konkurrieren kann. Die Lehrerin hält mich bereits jetzt für bescheuert, weil ich versuche die wenigen Wörter die wir gelernt haben zu eher sinnlosen Sätze zu verwerten versuche.

Am Dienstag Abend haben dann Nicolas (ein Franzose, mit dem ich mich echt gut verstehe), Felix (Zimmerpartner, für die nicht so sorgfältigen Leser) und ich eine Zimmerparty organisiert um nicht jedes Mal in die Stadt fahren zu müssen. Aus anfänglich 10 Leuten wurde dann die gesamte Austauschgruppe im Wohnheim. Nach mehrmaligem Umziehen in größere Wohnungen entwickelt sich eine ganz annehmbare Party. Das russische Nationalgetränk Vodka durfte natürlich auch nicht fehlen. Mission accomplished!

Am Mittwoch Abend ging es dann auf eine von der Uni organisierten Party auf einem Boot. Da die Newa jedoch zugefroren ist, wurde natürlich nicht abgelegt.

Typisch russisch haben wir übrigens einfach einen Linien-Busfaher „überzeugt“ statt seine Route abzufahren, uns ans unseren Treffpunkt zu fahren. Genug Rubel machen‘s möglich!

Meine aktuelle Lieblingsgeschichte ist übrigens von meiner Fahrt zu einer Arztepraxis: Da wir hier für das Wohnheim einen Lungen-Röntgenscan brauchen, mussten wir in eine Arztpraxis und fragten Nicolas Buddy. Diese spricht kaum Englisch, nahm uns aber in ihrem Auto mit, bis sie uns ausstiegen ließ und wir dann in ein anderes Auto umsteigen sollten. Die Russin kam aber nicht mit, sondern ließ uns mit zwei wildfremden Russen durch die Stadt heizen, ohne das wir irgendwie auf Englisch hätten kommunizieren können. Es wird ja immer vor Naivität in Russland gewarnt, aber hier funktionierte das problemlos. Wir bekamen den Lungen-Scan und waren super schnell wieder zurück an der Uni, da unser „Fahrer“ gerne mal auf 120 km/h in der Innenstadt beschleunigte…

So viel als erstes kleines News-Update. Da ich bis heute noch ohne Kamera-Akku unterwegs warm gibt es zu Beginn nur ein kleine Handy-Bild.

Im Wohnheim habe ich übrigens noch kein Internet, aber ich arbeite dran. Kann aber noch eine Weile dauern, wie eben alles in Russland…

Über ein komisches Gefühl #ThankyouSteve

On 6. Oktober 2011, in Allgemein, by Sven
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Ich glaube ich bin ein viel zu analytischer bzw. kongnitiv geprägter Mensch um hier einen emotionalen, von Pathos durchzogenen Nachruf auf den heute (bzw. gestern) verstorbenen Steve Jobs zu schreiben.

Es ist vielmehr eine Frage, die mich heute den ganzen Tag umtreibt und die ich selber für mich klären wollte: Warum war ich heute morgen beim Lesen der Nachricht von Jobs’ Tod so betroffen? - Ich habe diesen Mann noch nie getroffen, geschweige denn mit ihm geredet. Vielleicht waren wir mal mehrere Tage im selben Bundesstaat, als ich diesen Sommer Kalifornien (und auch Cupertino) bereist habe…das war auch schon das Höchste der Gefühle.
Steve Jobs hatte keine ähnliche Biographie, sein Privatleben war so gut wie unbekannt und auch sonst gab es keine Merkmale, die auf irgendeine Sympathie durch Ähnlichkeit hindeuten konnten. Somit gibt es rational eigentlich keinen Grund, warum es mich hätte betroffen machen sollen. Auch andere Todesfälle von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Michael Jackson, Lady Diana oder Amy Winehouse sind einfach so an mir vorbeigezogen – warum also gerade Steve Jobs?

Irgendwie kam ich dann auf eine Entdeckung zurück, die ich vor 1-2 Jahren beim Umzug meiner Eltern gemacht habe: Religionsheft, 6. Klasse Gymnasium (also um das Jahr 1999). Es war die erste Seite, also Beginn des Schuljahres und da war ein Bild der ersten Hausaufgabe. Die Lehrerin (Frau Blessing für alle Maulbronner Progymnasium Alumni ;-)) hatte uns folgendes Thema gegeben: “Was wünscht ihr euch am meisten?”. Für das, was ich dort gemalt hatte, müsste ich mich aus ethischen Gesichtspunkten wohl schämen, denn es war ein hellblauer Apple iMac. Akribisch aus einem Computer-Magazin abgemalt und wirklich sehr hübsch. Man muss dazusagen, dass ich ein wirklich grausamer Zeichner bin, daher umso verwunderlicher. Natürlich muss ich mich heute mit all meinen 25 Jahren Lebenserfahrung und Reife davon in aller Form distanzieren, denn materialistisch egoistische Träume Idealen wie Gesundheit oder Weltfrieden überzuordnen ist doch in höchstem Maße verwerflich – gerade in einem Fach wie Religionslehre. Dennoch brachte mich diese Zeichnung zum Schmunzeln, denn es war nicht nur ein erstes Indiz für meine Affinität zu Apple sondern auch für die Begeisterung für Technik. Wäre ich kein so ein kleiner Technik-Nerd gewesen, hätte es ja auch ein ein Formel1-Wagen oder eine Zeichnung von Pam Anderson sein können :-)

Warum aber ein iMac? Ich weiß es gar nicht, denn für mich als begeisterten Zocker war ein Wechsel auf Macintosh weder möglich noch überhaupt denkbar.

Mich begeisterte jedoch das Produkt, die Einfachheit, die Verbindung zwischen Liberal Arts und Technologie (hätte ich früher natürlich nicht so ausgedrückt), die Werbung und das Unternehmen. Und so begann es, dass ich Apple beobachtete und mein Fanboy-Dasein entwickelte. Die Eingängigkeit von Steve Jobs’ Biographie (Apple wirft ihn raus, Pixar, Rückkehr, 1$ Jahresgehalt) waren Dinge, die mich als Jugendlichen unglaublich faszinierten und zu Bewunderung führten. Die Vereinigung von iPod und Toy Story in einer Person – Gibt’s was Genialeres? :-)

Der Bann brach dann völlig mit dem Kauf meines ersten Apple Produkts: ein iPod mini. Es hatte wahrlich lange genug gedauert, bis ich den Wechsel dann vollzog, aber seit 2004 wurden dann auch keine anderen Produkte mehr gekauft. Aus iPod mini wurde iPod Video, aus Dell Inspiron wurde ein MacBook und so zog sich die Serie über aus den USA importierte iPhones bis heute zu einer Armada aus iMac 27″, MacBook Air, iPhone4 und iPad2. Natürlich wurde auch später das Konfirmationsgeld zweckentfremdet und in Apple Aktien investiert. (Jaja, von der einen Religion in die andere, jaja)
Ich bin bestimmt nicht der einzige große Apple-Fan, weit davon entfernt der größte Fan der Weltz zu sein und es gibt sicherlich viele die länger (und intensiver) dabei sind, aber diese Sympathien für das Unternehmen und ihren CEO sind für mich als BWLer einfach faszinierend. In meinem Freundeskreis, bei meinen Arbeitgebern und an der Uni bin ich bekannt als der Apple-Fanboy und werde immer angesprochen wenn es was Neues  gibt oder auch angerufen, wenn es Probleme jeglicher Art gibt. Dies ging so weit, dass mein Chef mich während seines Arztbesuchs angerufen hat, da dieser ein Problem mit seinem iMac hatte und ich ihm via Telefon helfen sollte. Das führt aber auch dazu, dass man sich (und das ist mir als FDP Mitglied nicht fremd) auch für alles rechtfertigen muss, was das Lieblingsunternehmen so macht: Überteuert, fehlende Kompatibilität, “Antennagate” etc. pp. Alles schon gehört. Jedes Mal muss man als sich als bekennender Fanboy unzähliger Angriffe erwehren. Das schmeißt zusammen.

Damit hätten wir also schon einmal die Erklärung, woher meine Bewunderung für His Steveness und die Begeisterung für Apple kommt. Trotzdem noch keine wirkliche Erklärung für meine Reaktion heute morgen.

Als ich jedoch eine eMail an das “elektronische Kondolenzbuch” auf apple.com schrieb, kam mir dann die Antwort. Ich hatte geschrieben

Dear Steve Jobs,

it was shocking to hear from your passing. I was following every Apple Keynote for the past 10 years, I bought Apple shares with the money I had as a high-school student and I pre-ordered every new iPhone or iPad. We lost a great business leader and the most inspiring high-tech visionary in human history. It has been always my dream of lifetime to just meet you once in person. You have been a great inspiration for us young people. Thank you, Steve.

Rest in Peace,

Sven Gerst

Sent from my iPad

Ich halte es nicht so mit Idolen, aber ich habe tiefe Bewunderung für diesen Mann, der viele Dinge ausgesprochen hat, bevor viele es in der Tech-Welt überhaupt gedacht haben, der unser Denken für Kommunikation revolutioniert hat und trotz jahrelanger, schwerer Krankheit sein Baby zum wertvollsten Unternehmen der Welt gemacht hat. So gerne hätte ich diesen inspirierenden Mann nur  einmal getroffen oder ein Seminar von ihm live gehört. Man mag mich für realitätsfern halten und man kann sagen, dass so ein kleines Licht eh niemals die Chance dazu gehabt hätte, die Gewissheit es nun aber endgültig zu wissen, war wohl der Hauptgrund für das komische Gefühl heute morgen.

Und sei es nur der Fakt niemals mehr auf einer Keynote “amazing” von ihm zu hören. Hatte zuvor auf Twitter bzw. Facebook folgendes dazu geschrieben: “It may sound pathetic, but today my maybe only non-fictional hero has been gone…kinda strange”. In diesem Sinne: #ThankyouSteve

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Yosemite – Glücksgefühle für Wander-Rookies

On 16. September 2011, in Allgemein, by Sven
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Mietauto gepackt und weiter ging es von San Francisco in den Yosemite National Park. Das sind zwar nur vier Stunden-Fahrt, um aber keine Zeit zu verlieren sind wir bereits nachts dort hin aufgebrochen und haben unterwegs einfach am Highway in einem Motel übernachtet. So konnte der erste von zwei Tagen im Nationalpark dann auch am nächsten morgen komplett genutzt werden.

Sicherlich ist Sommer nicht die interessanteste Jahreszeit um den Yosemite-Park zu besuchen, da zum Beispiel die Wasserfälle im Park natürlich wesentlich weniger Wasser mit sich führen als im Frühjahr, aber nichtsdestotrotz beeindruckt die Natur schon vom ersten Moment an, obwohl man sehr schnell merkt, dass der Park – wie wohl alle großen Nationalparks in den USA – schon perfekt für den US-Touristen ausgebaut ist. Man kann seinen Fußweg wirklich sehr stark reduzieren und bekommt trotzdem noch recht viel Natur geboten, da alles mit Bussen und Auto einfach zugänglich ist. Da sich der durchschnittliche US-Touri wohl auch schon damit zufrieden gibt, rät der Lonely Planet dann auch dazu einen der vielen Hikes (Wanderungen), die der Park bietet, auszuprobieren um diesen Touristen zu entgehen.

Am ersten Tag stand aber erst einmal auch die Erkundung des Tals mit dem Auto an. Im Valley gibt es von Pizzeria bis Camping-Gelände alles was man sich wünschen kann und nebenbei auch noch einige nette Wasserfälle und Flüsse. Dort kann man das etwas die Steine hochklettern, was zugegebener Maßen wirklich sehr viel Spaß macht und so erlebt man dann auch mal Abwechslung auf einer von Sight-Seeing geprägten Tour und kann einfach in einem supergroßen Naturspielpark „herumkraxeln“.
Auch die Flüssen entlangzulaufen, wo sich Familien in Schlauchbooten der kleinen Strömung hingeben macht absolut Spaß und bringt das klassische Urlaubsgefühl der Entspannung. Vor 10 Jahren – auf einem der vielen Wanderurlaube der Eltern – hätte ich sicher nicht gedacht, dass mir mal Wandern Spaß und Entspannung bringen könnte. Man entwickelt sich eben doch irgendwie :-)

Nach Einbruch der Dämmerung fuhren wir wieder aus dem Park heraus und wollten dann im erstbesten Motel übernachten, aber da dies schon ausgebucht war (man hätte es sich denken können) stand so die erste Nacht im Auto an. Zum Glück war der Ford Focus wesentlich adäquater für so etwas als der smart vom Niagara-Trip.
Keine Nachtruhe jedoch  vor einem passenden Abendessen in einer klassischen US-Kneipe im Nirgendwo. Trotz missmutigem Service bestellte ich – einem solchen Tag im Yosemite angebracht – Leber mit Kartoffeln und wurde positiv überrascht. Sehr lecker. Dazu ein Samuel Adams ein Schlummertrunk. Das taugt!

Am nächsten Tag, nach einer erstaunlich guten Nacht im Auto wurde dann aber auch dann ein Hike in Angriff genommen. Dazu ging es raus aus dem eher überlaufenen Valley ins 40 Autominuten entfernte Tuolumne Meadows. Dort hatten wir uns für den Aufstieg zum Cathedral Lake entschieden. Noch etwas Proviant eingepackt und dann ging es ca. 6 Kilometer den Berg hinauf.
Ich bin weit davon entfernt ein regelmäßiger Wanderer zu sein und so war ich am Anfang schon schwer zu motivieren nachdem es schon die ersten Meter recht steil nach oben ging, aber im Nachhinein war es ein absolutes Highlight des Road-Trips und ich kann die Cathedral Lake Route nur jedem wärmstens empfehlen. Man erkennt die Anfänger (in diesem Falle mich) schnell an der fehlenden Ausrüstung, die anderen Wanderer hatten ihren professionellen Gear, wobei ich auf meine Nike Running Schuhe vertraute, die aber durch das Abrutschen beim Abstieg schon einige Mal zum Verdrehen des Beins führten…

Zu Beginn läuft man schon ordentlich steile Rampen, bevor man in den kühlen Wald und zu flacheren Passagen kommt. Dann gibt es noch einmal mehrere Anstiege entlang mehrerer kleiner Bäche und Quellen, die mit einem wundervollen Abschluss, dem Cathedral Lake, gekrönt werden. Der ganze Aufstieg nimmt schon locker sein 2-3 Stunden in Anspruch, wird aber mit dem guten Gefühl etwas geschafft zu haben und dem tollen Blick auf einen menschenverlassenen See mehr als zurückgezahlt.
Es ist absolut bemerkenswert wie viele Menschen sich im Yosemite Valley tummeln und wie wenige wir dann doch auf diesem Hike getroffen haben. Am See oben saßen während der Stunde Rast maximal noch 5-6 andere Leute.

Dort wurde sich dann mit Trockenfleisch und belegten Brötchen gestärkt, bevor es an den wesentlich unproblematischeren Abstieg ging.
Dann ist man aber auch einfach froh, wieder beim Auto zu sein und wenn man dann die Hitze bei einer kalten – aber völlig überteuerten Pepsi – hinunterspülen kann, war es definitiv ein guter Tag.

Das war‘s dann aber auch schon aus dem Yosemite National Park. Der Park bietet noch jede Menge interessanter Hikes und Ecken mit anderer Vegetation, so dass ich jederzeit wieder kommen würde. Absolut empfehlenswert!
Bilder wie immer auf flickr.

Im nächsten Beitrag dann: Die Fahrt entlang der Küste von Santa Cruz bis Los Angeles.











San Francisco: Nebel-Krabben-Cocktail

On 27. August 2011, in Allgemein, by Sven
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Nach einem sehr intensivem Tag in Silicon Valley und Stanford, war der nächste Tag dann ganz dem Klassiker gewidmet: Der Golden Gate Bridge, aber die wollte nicht so richtig, denn wie wohl im August so üblich war diese – wie eigentlich die gesamte Stadt – komplett wolkenverhangen. Habe lediglich ein Beweisbild gemacht, wie wenig man von der berühmten Brücke sehen konnte.

Die Zeit wurde dann genutzt um sich etwas dem Golden Gate Park anzusehen. Von wirklich schönen Blumenbeeten bis hin zu etwas verwahrlostem Wildwuchs wird hier alles geboten und die Temperaturunterschiede innerhalb der Bay Area sind echt beeindruckend. Während man gestern in Palo Alto am Schwitzen war und keine Wolke am Himmel sieht, ist San Francisco in manchen Teilen wolkenverhangen und so kalt, dass man auf jeden Fall nen Sweater braucht. Im Park befinden sich jede Menge kleinerer „Attraktionen“ wie die Academy of Sciences oder ein japanischer Teegarten.
Nach einem kleinen Spaziergang durch den Park ging es dann wieder zurück in die Stadt zum Coit-Tower um dann mal zu schauen, wie so eine „foggy city“ von oben ausschaut. Wie erwartet war alles voller Wolken, aber die Aussicht an klaren Tagen ist bestimmt echt schön.
Weiter ging es nach Chinatown, wo der Lonely Planet einem auf jeden Fall zu einem Besuch des „House of Nanking“ rät. Der König des Südens hat einige leckere Gerichte auf dem Speiseplan und man merkt schon an der Schlange vor dem Restaurant, dass hier das Essen wohl lecker sein muss. Bei einem kühlen Tsingdao kann ich auf jeden Fall die „Fried Shrimpackets served with house peanut sauce“ sowie die „Melts In Your Mouth Fried Calamari“ empfehlen, sofern man wirklich auf Calamari steht, denn das hat nichts mit dem zu tun was man oftmals so bei uns serviert bekommt. Wer auf südliche asiatische Küche steht, sollte dieser Empfehlung auf jeden Fall folgen. Die Preise sind auch sehr human. Gerade die Schrimpackets sind echt super lecker :-)

Abends musste die Reiseplanung dann mal voran getrieben werden: Während ursprünglich Busreisen nach L.A. und Las Vegas angedacht waren, schreckten mich doch die teuren Taxipreise sowie die Selbstverständlichkeit von Autos von dieser Idee ab. Also wurde umgesattelt auf einen Mietwagen. Ein blauer Ford Focus machte die Routenänderung von San Francisco in den Yosemite National Park und danach den Highway 1 die Küste hinunter nach San Diego möglich. Ein guter Deal!

Wenn man übrigens kurz zuvor in New York City war findet man es übrigens sehr befremdlich, dass hier an der Westküste die Geschäfte schon sehr zeitig um ca. 9 Uhr schließen und man um halb 10 wirklich sagen kann, dass selbst in Städten wie L.A. oder San Francisco „Tote Hose“ herrscht. Natürlich variiert das von Stadtteil zu Stadtteil, aber NYC mit seinem pulsierenden Nachtleben verwöhnt einen da schon.

Am nächsten Morgen wurde dann der Mietwagen geholt und sich damit gleich mal auf die bekannt steilen Straßen von San Francisco gewagt. Es ist schon ein absurdes Gefühl an einer Kreuzung im 20% Winkel abzustehen und anzufahren. Dank der Automatik aber natürlich kein Problem und wehe dem der hier mit manueller Gangschaltung herumfahren muss.
Ein weiterer Versuch vom Coit-Tower klarer Sicht auf die Stadt zu bekommen, scheiterte auch an diesem Tag. Auch die Sicht auf die Gefängnisinsel Alkatraz war eher „suboptimal“. War wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl hier auf jeden Fall mal wieder herzukommen und so ging es weiter nach Chinatown wo man im City Light Bookshop so ein bisserl Nostalgie der Hippie- und Free-Speech-Bewegung mitbekommen kann und versuchen kann mit den nicht sehr verhandlungswilligen Chinesen zu feilschen.
Ein weiterer absoluter Tourihöhepunkt musste dann am Ende auch noch besichtigt werden: Fisherman‘s Wharf. So wurde der Abend damit verbracht an den eher Mainstream-Touri-Shops vorbeizulaufen und nach einem passenden Seafood-Restaurant Ausschau zu halten. Geendet hat das dann in Joe‘s Crab Shack und da ich – muss ich zu meiner Schande gestehen – noch nie eine ganze Krabbe bzw. einen Hummer gegessen habe, ließ ich mir die Möglichkeit nicht nehmen um mal so ein Ding schön auseinanderzunehmen. Man bekommt das passende Werkzeug um die Schale auch ordentlich aufbrechen zu können und darf sich aussuchen in welchem heißen Wasser der Junge vorher badet (BBQ, eher scharf etc.). Also großer Fan von Krabbenfleisch war ja klar, dass mir das Fleisch schmeckt, aber die Arbeit an dieses Fleisch zu kommen, ist beim ersten Mal schon recht ordentlich, macht aber jede Menge Spaß. Würde das Restaurant auch jederzeit weiterempfehlen, wenn man sich nicht vom sehr touristischen und eher lauten Geräuschpegel abschrecken lässt. Gibt dort auch ganz nette Getränke wie Joe‘s Shark Bite wo in einen Kübel mit blauem alkoholischen Cocktail ein Hai losgelassen wird, der eine andere rote, alkoholische Flüssigkeit darin verteilt :-)

Gut gestärkt, hieß es dann „Bye Bye, San Francisco“ und die Fahrt zum ca. 4 Stunden entfernten Yosemite Park konnte beginnen.

Vom schönen Yosemite-Park und einer 15 Kilometer Wanderung dann im nächsten Beitrag mehr…







San Francisco: Silicon Valley & Stanford

On 25. August 2011, in Allgemein, by Sven
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Ankunft in San Francisco war Abends und so ging das Programm erst wieder am nächsten Tag weiter und das hatte es in sich. Mit fehlendem Bewusstsein, dass man in Kalifornien wohl überall ein Auto braucht, wurden die öffentlichen Verkehrsmittel (BART und Caltrain) genutzt und so braucht man von San Francisco nach Palo Alto bzw. Mountain View auch mal gute 1,5-2 Stunden. Dort angekommen musste ich erneut meinem Optimismus Tribut zollen, denn vom „Bahnhof“ Mountain View zum Google Headquater waren es knapp 3,5 Kilometer und ohne Auto etc., mussten die eben gelaufen werden. Naja, Silicon Valley scheint eben keine klassische Gegend für Tourismus zu sein, denn auch die restlichen Headquarters, z.B. das von Apple in Cupertino ist mal knapp 10 Kilometer weiter weg und gute Busanbindungen oder zumindest Fahrradverleihe sind nicht vorhanden.

Wenn man aber schon einmal da ist, versucht man das Beste daraus zu machen und so wurde die Strecke zum Google Campus gelaufen. Da es hier keinerlei Führungen in das innere Herz des Internetgiganten oder Ähnliches gibt, bleibt einem nur die Möglichkeit über das Firmengelände zu schlendern…und das ist riesig und echt schön. Man liest ja viel über die Arbeitsbedingungen und den Campus bei Google, aber so groß hätte ich mir das nicht vorgestellt, und jetzt macht es natürlich Sinn, dass dort überall die bunten Google-Fahrräder rumstehen mit denen sich die Angestellten von Gebäudekomplex zu Gebäudekomplex bewegen können. Natürlich durfte ein Bild vom berühmten Beachvolleyball-Feld nicht fehlen. Nicht schlecht.

Zum Glück wurde ich auf 2 Asiatinnen aufmerksam, die ebenfalls den Google Campus besichtigten und mit einem Taxi angefahren kamen. Schnell mal eben gefragt, ob sie auch zu Apple wollen und die Taxifahrt dorthin geteilt was einen 10 Kilometer Marsch und Geld ersparte. Am „Infinite Loop“ angekommen wird schnell klar, dass man auch hier wenig sehen kann und außer der Größe des Campus wenig bewundern kann. Immerhin gibt es einen speziellen Apple Shop, wo auch T-Shirts und allerhand Merchandising verkauft wird, dass man sonst nicht einmal in den Flagship-Stores findet. Als wohl einer der größten Fans des Unternehmens mit dem Apfel habe ich mir natürlich ein schwarzes T-Shirt mit dem Apfel gekauft. Hammer!!!!

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, läuft auf allen Kanälen als Breaking News, dass Steve Jobs von seiner Position als Apple CEO zurückgetreten ist und da das gerade so passt noch einige kurze Sätze dazu. Steve Jobs ist sicherlich nicht so geeky, sympahtisch und cool wie Steve Wozniak, aber er hat das Unternehmen Apple geformt und zu Erfolg geführt, wie es kein anderer hätte tun können. Er ist für mich der größte Visionär im Silicon Valley und Apple ohne ihn, ist nur schwer vorstellbar. Es hatte sich natürlich angekündigt, denn „His Steveness“ sah von mal zu mal immer dünner und schwächer aus und so kann man ihm nur endlich eine Ruhepause und Gesundheit wünschen.
Als wahrer Fanboy, der in den letzten 5-6 Jahren jede Keynote gesehen, täglich MacRumors gelesen und quasi jedes Produkt zu Marktstart gekauft hat, hoffe ich das Tim Cook weiter dafür sorgt, dass Apple weiterhin das beste und innovativste IT Unternehmen bleibt.

Man sollte sich an solch einem Tag auf jeden Fall zwei kleine Links zu Steve Jobs anschauen: Eine kleine Geschichte von Vic Gundotra (Google, Microsoft) und Jobs‘ Rede in Stanford 2005. Nuff said!

Nach dem Apple Campus ging es dann zur Stanford University und so schließt sich dann auch der Kreis für diesen Blogbeitrag, denn nicht nur Steve Jobs sprach in Stanford, sondern aktuell wohl berühmtesten Absolventen waren die Google-Gründer Larry Page & Sergey Brin. Milton Friedman, die Yahoo oder YouTube-Gründer, Condoleezza Rice oder die Herren Hewlett und Packard dürfen bei der Aufzählung bekannter Absolventen aber natürlich auch nicht fehlen.

Der Campus ist wirklich toll und riesig. Eine kleinen Stadt für sich selbst eben, wobei mir Cambridge doch etwas besser gefällt. Das Wetter in Palo Alto dürfte allerdings angenehmer sein als in Boston: weniger schwül und keine so strengen Winter.

Ein großer Campus bedeuteten wieder einige Kilometer Fußmarsch und so waren meine Beine ganz schön froh, als es gegen halb zehn dann wieder mit dem Caltrain zurück nach San Francisco ging. Dort saß ich neben den vielen Pendlern der großen IT-Firmen und so war ich beeindruckt von der Dichte an iPads und Google T-Shirts…

Hier ein paar ausgesuchte Bilder. Komme nicht zur Bildbearbeitung, daher sind noch einige Unsauberkeiten drin. Hab auch seit Niagara wohl etwas Staub auf meinem Sensor :-/…hab aber keine Zeit für die nötige Bildbearbeitung. Mehr wie immer auf flickr.






Rockefeller und Küstenwechsel

On 24. August 2011, in Allgemein, by Sven
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Am dritten Tag in New York stand etwas Shopping und etwas ruhigeres Fahrwasser an. So begann der Tag im Central Park und dann ging es munter weiter über die 5th Avenue vom Apple Store über Abercrombie & Fitch zu Louis Vuitton.
Wie schon in einem vorherigen Blogbeitrag thematisiert, wollte ich mir zum meinem Geburtstags nachträglich ein schönes Geschenk machen, denn der Nachteil von Geburtstagen im Ausland ist definitiv das Ausbleiben von Geschenken. Kein Problem für mich, denn man kann (und soll ;D) sich ja auch mal was selber schenken. Meine Wahl fiel auf einen neuen Geldbeutel, da mein Alter schon ziemlich ramponiert und mitgenommen ist. Er hat auch schon knapp 7 Jahre hinter sich und daher stand ein Wechsel auf dem Plan. Ich habe übrigens kein Problem für einen guten und schönen Geldbeutel auch mal tief in die Tasche zu greifen. Männer haben jetzt keine übermäßige Auswahl an Accessoires und so bleiben einem nur Spielzeuge wie Uhren, Manschettenknöpfe oder eben Geldbeutel. Mein Letzter war kein wirkliches Schnäppchen :-)
Long story short: Louis Vuitton hatte mich nach wochenlangem Grübeln überzeugt und wo könnte man ein LV Produkt besser kaufen als im NYC Store in der 5th Avenue…
Habe mich nach etwas Beratung für eine klassische Brieftasche mit 6 Kreditkartenfächern und Scheinfach entschieden, ohne Münzfach, denn das ruiniert die meisten Geldbeutel. In den USA sowieso kein Problem, da man ja jeden Kaugummi bei 7eleven mit der Kreditkarte bezahlt. Mal sehen wie das in Deutschland funktioniert. Wer mehr wissen will, kann gerne den Link zum Produkt bekommen…

Nach dem Shopping ging es dann für einen dekadenten Nachmittagsdrink in Peninsula Hotel, wo man sich auf Terrasse mitten in Manhattan ein Bierchen für 13$ gönnen kann. Ein seltsames Publikum, aber es hat trotzdem Style.
Danach stand dann „Top of the Rock“ (Rockefeller Center) für einen Überblick über den Sonnenuntergang und das nächtliche New York auf dem Programm. Die Schlangen sind im Rockefeller Center bei Weitem nicht so lange wie beim Empire State Building und auch der Preis ist günstiger…
Bei so einer Abendskyline wie New York macht es natürlich extrem Spaß mit Belichtungszeiten und Blenden zu experimentieren, wobei ich natürlich so clever war und meinen Ersatzakku verschlampt hatte und so recht schnell mit Batterieproblemen zu kämpfen hatte. Zum Glück hat Andi auch eine Sony Kamera und ich konnte für einige Bilder seinen Akku benutzen.

Nach knapp 2 Stunden „Top of the Rock“ hatte Andi noch einen Bar-Tipp direkt an der Brooklyn Bridge und so ging es wieder runter an den Hafen um dort in einer wirklich coolen Location starke Drinks zu guten Black Beats genießen zu können. Bilder davon kann ich dann aber keine mehr anbieten, da da nur noch Andi Akku hatte :-)

Am nächsten Tag hieß es dann: Boarding to San Francisco.
Von JFK ging es nach Phoenix und dann von Phoenix an die wolkige Stadt an der Westküste. Die Flüge waren mit U.S. Airways, die ich mal an dieser Stelle überhaupt nicht empfehlen kann. Ich habe nichts gegen Low-Budget-Airlines, aber die Unfreundlichkeit des Boardpersonals war schon bemerkenswert. Es fehlte nur noch, dass die Stewardess ins Getränk rotzt bevor sie es einem hinstellt. Selten so etwas lustloses gesehen wie diese Flugbegleiterin.

Was dann San Francisco, Silicon Valley und Stanford so hergaben, gibt es im nächsten Beitrag.

Abschließend wieder ein paar Fotos aus New York mit einem “Nachtrag” zum aktuellen Baustand am Ground Zero und dem Verweis auf die ganze Sammlung auf flickr.




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